Durchmesser:

12.103 km

Mittlere Entfernung zur Sonne:

108.160.000 km

Die Masse von 1 kg wiegt auf der Venus:

869 g

Ein Venus-Jahr dauert:

225 Tage

Ein Venus-Tag dauert:

243 Tage 27 Minuten

Oberflächentemperatur:

430°C bis 500°C

Geschwindigkeit auf der Umlaufbahn:

35,02 km/s

Bahnneigung gegen die Ekliptik:

3,395°

Exzentrizität der Umlaufbahn:

0,0067

Gewicht:

0,815 Erdenmassen

Mittlere Dichte:

5.243 kg/m³

Fallbeschleunigung:

8,87 m/s²

Fluchtgeschwindigkeit:

10,36 km/s

Neigung der Rotationsachse:

177,36 °

Anzahl Monde:

0

Anzahl Ringe:

0

 

Die Venus ist der Erde im Hinblick auf Größe, Masse und Atmosphäre am ähnlichsten, dennoch überwiegen die Unterschiede. Die Venus wurde nach der römischen Göttin der Liebe benannt. Sie ist nach der Sonne und dem Mond der hellste Himmelskörper und war den Menschen schon seit Urzeiten bekannt. Sie wird auch als Morgen- oder Abendstern bezeichnet, weil sie meist in der Dämmerung auf- und untergeht. Die Venus ist im Osten eine Stunde vor Sonnenaufgang und im Westen eine Stunde vor Sonnenuntergang zu sehen. Sie folgt wie der Merkur auf ihrer Bahn scheinbar der Sonne. Sie ist aber so hell, dass sie auch am Tag beobachtet werden kann.

Die Venus bewegt sich auf einer annähernden Kreisbahn um die Sonne. Sie benötigt für einen Umlauf nur etwas über ein halbes Jahr, aber zwei Drittel eines Erdenjahres für eine Drehung um sich selbst. Die Venus dreht sich dabei nicht wie die meisten Planeten gegen den Uhrzeigersinn, sondern im Uhrzeigersinn. In der Astronomie bezeichnet man eine solche Drehrichtung als "retrograd". Die sehr langsame Eigendrehung der Venus und ihr ungewöhnlicher Drehsinn wurden vielleicht durch einen Einschlag eines großen Planetesimals in der Frühzeit des Sonnensystems verursacht.

Die Venus zählt zusammen mit Merkur, Erde und Mars zu den Gesteinsplaneten. Sie weist eine feste Oberfläche und eine hohe Dichte auf. In ihrem Inneren besteht sie aus mehreren Schichten, die in Kern, Mantel und Kruste eingeteilt werden können. Der Kern ist etwas kleiner als jener der Erde, der Mantel ist mit etwa 3.000 km relativ dick und die Kruste ist im Schnitt etwa 30 km stark. Obwohl die Venus genug Volumen hat, um ihren Kern aus Eisen warm und flüssig zu halten, besitzt sie kein Magnetfeld. Die langsame Eigenrotation und das Fehlen von Gezeitenkräften eines Mondes könnten hier eine Rolle spielen. Die Venus weist zudem keine Plattentektonik auf, stattdessen wird ihre Oberfläche durch konstanten Vulkanismus erneuert. Aufnahmen von der Oberfläche konnten bis auf wenige Ausnahmen nur mit Radargeräten gemacht werden. Die Oberfläche ist durch den Vulkanismus sehr glatt und weist nur halb so viele Einschlagkrater auf wie die Erde.

Die Venus besitzt eine sehr dichte Atmosphäre, die hauptsächlich aus Kohlendioxid (96,5 %) besteht. Weitere Bestandteile sind Stickstoff (3,5 %), Wasserdampf, Schwefel und einige Spurengase. Die Gashülle der Venus erstreckt sich bis in eine Höhe von 250 km und ist viel schwerer als die Atmosphäre der Erde. Der Treibhauseffekt, die größere Nähe zur Sonne und das hohe Gewicht führen zu lebensfeindlichen Bedingungen auf der Oberfläche des Planeten. Dort herrschen ein Druck wie er in 900 m Wassertiefe vorkommt und Temperaturen von durchschnittlich 464 °C. In 20 bis 50 km Höhe bildet sich zudem eine Wolkenschicht aus Schwefelsäure, die den gesamten Planeten umschließt.

Im Jahr 1970 landete die erste Sonde - Venera 7, Sowjetunion - auf der Oberfläche der Venus und konnte dort für 23 Minuten Messungen durchführen, bevor sie von der Atmosphäre zerquetscht wurde. Seither wurde die Venus immer wieder von Sonden besucht. Viele holen sich dabei Schwung für ihren Weiterflug zu den äußeren Planeten.

Im 6. Jahrhundert ist die Venus noch als Morgen- und Abendstern bekannt

1610 sah Galileo Galilei als erster Mensch in der Venus mehr als nur einen hellen Lichtpunkt. Er beobachtete verschiedene Venusphasen.

1631 sagte Johannes Kepler anhand von aufwendigen Berechnungen einen Venus-Transit voraus. Dabei schiebt sich sich die Venus von der Erde aus gesehen vor die Sonne. Ein solches Ereignis findet alle 121,5 Jahre paarweise im Abstand von acht Jahren statt. Der letzte Transit endete im Juni 2004 und der nächste wird erst im Jahr 2117 stattfinden.

1761 entdeckte der russische Astronom Michail W. Lomonossow einen Lichthof um den dunklen Rand der Venus, was darauf hinweist, dass sie eine Atmosphäre besitzt.

1932 entdeckten die Astronomen Walter Adams und Theodore Dunham mit Hilfe verbesserter Spektrographen Kohlendioxid in ihrer Atmosphäre.

1962 berechnete der amerikanische Astronom Carl Sagan den Einfluss der Atmosphäre auf die Temperatur der Venus.

1970 trat Venera 7 in die Atmosphäre der Venus ein. Eine Landekapsel wurde abgesetzt und funkte Bildsignale von der Oberfläche zur Erde.

1989 gelang es mit der Raumsonde Magellan die Venus mit Radarbildern detailliert zu kartieren.