Mittlere Entfernung zur Sonne:

299.000.000 - 508.000.000 km

Durchmesser einzelner Asteroiden:

50 m bis 250 km

Gesamtgewicht aller Asteroiden:

0,000615 Erdenmassen

Anzahl Asteroiden:

bisher 800.000 entdeckt

Anzahl Zwergplaneten

1

 

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts waren zahlreiche Astronomen auf der Jagd nach einem vermuteten „fehlenden“ Planeten in der „Lücke“ zwischen Mars und Jupiter. Trotz der großen Aufmerksamkeit für diese Region wurde der erste Asteroid erst 1801 vom italienischen Astronomen Giuseppe Piazzi entdeckt. Diese Entdeckung ging auf einen Zufall zurück. Den auf den Namen „Ceres“ getauften Himmelskörper hielt man zunächst für den fehlenden Planeten, doch 1802 und 1807 wurden mit Pallas, Juno und Vesta drei ähnliche Himmelskörper in derselben Region entdeckt. Die so gesichteten Himmelskörper wurden zur Klasse der Asteroiden, was im Griechischen „Sternen ähnlich“ bedeutet,  zusammengefasst. Statt Asteroiden spricht man heute von Kleinkörpern, die so definiert sind, dass sie auf ihrer Bahn nicht allein sind und dass sie nicht schwer genug sind, um sich in eine Kugel zu formen. Sie bilden zwischen Mars und Jupiter einen Gürtel, innerhalb dem bisher etwa 800.000 Objekte gefunden wurden. Davon erhielten nur etwa 14.000 einen Namen, die übrigen wurden mit einer fortlaufenden Nummer katalogisiert. Im Gegensatz zu populären Darstellungen kann der Asteroidengürtel mit einer Raumsonde gefahrlos durchquert werden. Trotz ihrer großen Anzahl stehen die einzelnen Asteroiden im Schnitt so weit auseinander wie Erde und Mond.

Asteroiden gelten heute als Überreste jener Zeit, in der sich die Planeten um die Sonne formten. Dabei ballte sich mehr und mehr Staub und Gas zusammen, bis ein fester Klumpen entstand, der mithilfe seiner Schwerkraft immer mehr Material anziehen und in sich aufnehmen konnte. Besonders die sehr starke Schwerkraft des Jupiter sorgte aber dafür, dass sich im heutigen Asteroidengürtel das vorhandene Material nicht zu einem weiteren Himmelskörper formen konnte. Stattdessen stießen dort die Objekte immer wieder zusammen und sorgten damit für immer mehr Bruchstücke auf eigenen Umlaufbahnen.

Asteroiden lassen sich in drei Familien einteilen: C-Asteroiden, S-Asteroiden und M-Asteroiden.
Die meisten Asteroiden bestehen überwiegend aus Kohlenstoff und gehören zu den C-Asteroiden. Sie weisen eine dunkle Färbung mit einem rötlichen Schimmer auf und ähneln den kohligen Chondriten, einer Gruppe von Steinmeteoriten.
Rund 17 % der Asteroiden sind S-Asteroiden, die viel Silizium enthalten. Diese Asteroiden haben wahrscheinlich einen Erhitzungs- und Schmelzprozess hinter sich und besitzen meist eine hellere Oberfläche.
Einige wenige Asteroiden sind metallisch und werden M-Asteroiden genannt. Sie bestehen hauptsächlich aus Eisen-Nickel-Verbindungen. Wahrscheinlich handelt es sich bei diesen Asteroiden um Kerne früherer größerer Körper, deren äußere Gesteinsschichten bei Kollisionen weggesprengt wurden.

Da Asteroiden im Vergleich zu den Planeten sehr leicht sind, können sie von diesen durch deren Schwerkraftwirkung unter bestimmten Umständen aus ihrer Umlaufbahn abgelenkt werden. Wenn das passiert, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie auf ihrer neuen Bahn mit einem anderen Himmelskörper zusammenstoßen können. Im Laufe der Erdgeschichte ist es immer wieder zu verheerenden Einschlägen auf der Erde gekommen. Der letzte große Einschlag fand vor 65 Mio. Jahren statt, als ein Asteroid mit mehr als 10 km Durchmesser die Dinosaurier auslöschte. Astronomen vermessen daher die Umlaufbahnen aller bekannter Asteroiden, um zu sehen ob von diesen eine Gefahr ausgehen könnte. Mehrere Sonden haben bereits Asteroiden besucht und auch Proben zur Erde zurückgebracht.

Asteroiden können auch heute noch nach dem Vorschlag ihres Entdeckers benannt werden. Aber dabei gelten bestimmte Regeln und Standards: Neue Namen dürfen nicht beleidigend sein und keine Anklänge an politische oder militärische Führer aufweisen.

Im Asteroidengürtel zieht außerdem auch Ceres seine Bahn. Sie wurde als Asteroid entdeckt, aber aufgrund ihres Durchmessers von 950 km und ihrer kugelförmigen Gestalt wird sie nun als Zwergplanet ähnlich Pluto eingestuft.

Da Asteroiden nur eine geringe eigene Schwerkraft haben, kann man sehr leicht auf ihnen landen und wieder starten. Der Abbau von Rohstoffen bietet sich hier besonders an. Wasser in Form von Eis eignet sich zur Sauerstoff- und zur Raketen-Treibstoffproduktion. Metalle wie Eisen und Aluminium können als fein geriebenes Pulver im 3D-Drucker in Raketenteile verwandelt werden. Edelmetalle wie Kupfer, Silber, Gold und Platin können für Schaltkreise verwendet werden und Seltene Erden für Solarzellen, Akkumulatoren und Sensoren. Alle diese Rohstoffe müssen nicht aus dem Schwerefeld der Erde herausgehievt werden und wären daher wesentlich billiger im All zu bekommen.